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Sehr gutes Buch zum Verständnis kriegsbedingter posttraumatischer Belastungsstörungen und dem dazugehörigen Symptomspektrum
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 100 REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Wenn der Krieg nicht endet: Schicksale von traumatisierten Soldaten und ihren Angehörigen (Broschiert) 90 % des Buch machen die 21 Schilderungen von Betroffenen kriegsbedingter PTBS und ihren Angehörigen aus, daneben finden sich nur sehr wenige Erklärungen und einige Adressen für Betroffene. Dies macht jedoch nichts, da ich aus den Fallschilderungen schon sehr viel für mich mitnehmen konnte.
Da es das erste Buch über kriegsbedingte PTBS ist, dass ich las, kann ich keine Vergleiche zu anderen Büchern zu anderen Büchern in dem speziellen Ecken geben. Wovon ich aber ausgehe ist, dass es im Gegensatz zu den Geschichten einzelner Betroffener das Spektrum von Reaktionen aufzeigt. So wird von manchen geschildert, durch das Trauma habe sich bei ihnen garnichts geändert, während andere die Welt völlig anders betrachten. Teils wird vermutet, man könne mit Traumata in Zukunft besser umgehen und teils, der nächsten Traumatisierung stehe man ebenso hilflos gegenüber. Für sehr wichtig halte ich das Buch für Unbetroffene, da so Verhaltensweisen deutlich besser verstanden und nachvollzogen werden können.
Wenn man von sehr wenigen Ausnahmen(wie spontanen Angriffsreaktionen auf überraschende Reize)und der Intensität absieht, unterscheiden sich kriegsbedingte Traumatisierungen nicht von anderen. Bei anderen PTBS-auslösenden Erfahrungen kommt es etwa auch zu Übererregung, Vermeidung, Intrusionen(= Überflutungen mit belastendem Material), sozialem Rückzug und emotionaler Taubheit. Ich kann das Buch daher auch sehr Menschen empfehlen, die durch andere Ereignisse(wie Vergewaltigungen, Überfällen u. ä.) belastet wurden. Denn die Literatur speziell zum vorgefallenen Trauma erleben Selbstbetroffene häufig als sehr belastend.
Für mich war es sehr aufschlussreich, denn bisher wunderte ich mich häufig über das fehlende Verständnis meiner Mitwelt für meine(nicht-kriegsbedingte) PTBS. Das Buch zeigte mich durchgehend immer wieder, dass ich mit dem Problem weit weniger allein dastehe, als ich bisher dachte. Gerade bei Traumatisierungen durch Einsätze in Krisengebieten könnte man erwarten, dass ein Verständnis für die Nachwehen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Vermutlich trifft hier etwas zu, dass auch im Buch von vielen geschätzt wurde: Man kann es jemandem, der es selbst erlebte oder intensiv mit einem Betroffenen zu tun hatte, einfach nicht verständlich machen.
Teilweise ist es etwas bedrückend und beängstigend, wie belastend und langfristig PTBS bei einem Menschen bleiben kann(In Einzelfällen und unbehandelt kommt es vor, dass PTBS-Symptome auch nach 50 Jahren noch komplett vorhanden sind). Dadurch wird auf der anderen Seite aber aufgezeigt, wie schwierig eine solche Belastung ist und wie wenig man sich schämen muss, selbst auch länger an dieser Problematik zu leiden.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 25. März 2010 |